Andisheh Karami
In einer Stadt geboren
Deren Gassen sich dem Meer entgegen neigen
Wo die schmalen Wege meiner Kindheit
Weiße weite Wellen umarmten
Wo aus den Gemäuern der Jahrhunderte
Das Fenster meiner Jugend
Sich freien Gewässern entgegenöffnete
Und doch die Menschen,
gewebt aus Musik und Wellen und Erzählungen,
Jene lebendigen Menschen des Ufers
Die Freiheit vermissten.
Es war einmal, da floh ich aus Bushehr
Und an einem anderen Tag kehrte ich zurück
Zu einer anderen Ecke dieser Welt
Nach Basel
Einer Stadt wo alle Gassen das Gewässer finden
Wo stille, ruhige Wege
Und Gemäuer der Jahrhunderte
Dem lebendigen Flüstern des Flusses lauschten.
Die Nächte am Ufer erleuchtet
Die Tage voller Musik
Das unaufhaltsame Fließen des Lebens
Menschen in Ruhe und leicht wie der Strom.
Eines Tages fliehst du aus deiner Heimat
Und eines Tages kehrst du zurück
Ein Tag, noch schöner als je zuvor
Ein Tag, an dem du dich verliebst in den Gassen
Die Hand deines Liebsten hältst ohne Angst
Eine Nacht, wo du an den erleuchteten Flüssen
Geküsst werden kannst
Ohne Angst vor der unverzeihlichen Sünde
Wo du dich entblößt
Und anvertraust
Den Lichtern und fließenden Gewässern.
Und nun bin ich zurück
In meiner Heimat
Aus den alten Gassen angekommen
Zum lebendigen Fluss.
Ein Fluss, verzweigt mit dem Meer meiner Kindheit
Am Rand des hellen Wassers
Stehe ich da und beobachte
Die weißen Schwäne.
Ein junger Mensch singt: Nimm mich nach Hause
Und ich denke und denke nach über zu Hause.
Wo ist zu Hause?
Vereinen sich nicht alle Gewässer irgendwann?
