Andisheh Karami
Manchmal—so ist es—sind es die Augen der Menschen,
aus denen ihr Leben entsteht.
Und sichtbar wird.
Wie in jener Nacht.
Als du in mir lebendig wurdest.
Es waren deine Augen.
Die in mir lebendig wurden.
Augen, die dich mir offenbarten.
Augen, die—wie der Rhein—
manchmal blau waren.
Wenn sie tief hinabstiegen.
In die eigenen Gefühle.
Manchmal grün.
Wenn sie lachten.
Und manchmal grau.
Grau wie jener Graureiher.
Der unserem ersten Kuss zusah.
Du bist geblieben.
Für immer.
In mir.
Mit diesen Augen, flussgleich.
Manchmal blau.
Manchmal grün.
Manchmal grau.
Und mit der Berührung dieses ersten Kusses.
Den du überraschend auf meine Lippen legtest.
Dem leisen Fließen des Rheins.
Unter einem Himmel aus zerrissenen Wolken.
Und den zitternden Linien endlosen Lichts.
