Andisheh Karami
Nach dem Ende kann man sehen
Und wir sahen nie, wie die Nacht anbrach
Wir sahen ein Fenster nur
Und Nebeldunst,
Der unablässig sprach:
Gib Acht! Du gerätst in Vergessenheit.
Und jenes Schweigen, jenes Hiersein, jene Stille
Jenes begierige sich Winden.
– Vergisst man mich mit dem Untergang des letzten Sterns?
Wir waren mittendrin und sahen nicht
Ich sah nicht
Den Kreis
Dessen Anfang auf dessen Ende saß
Weshalb der erste Liebesbrief der letzte Liebesbrief war
Und wir hatten das Fenster passiert
Und es gab kein Nebelgrau
Und keine Blautöne
Und kein Flüstern:
– Gib Acht! …
Es war kurz vor dem Ende
Und der Kummer war da
Und ich sah nicht
Wie die Lichter sich dehnten
Wie die Mauern und Wände sich dehnten
Wie Stimmen und Geräusche sich dehnten
Nicht die Zeit
Die gen Vergessenheit ging.
– …?
Es war nach dem Ende
Und Schmerz war und Dauer und Wiederholung
Und das Wort war herabgestürzt
Aus der Höhe eines Vorfalls, der uns widerfahren war
Und die Blautöne waren nicht mehr da
Und die aufgereihten Spiegel waren nicht mehr da
Und ich war vergessen worden
Weshalb es keinen Liebesbrief gab
Und die Nacht nie hereinbrach.